Alison Arngrim im Interview
Wenn am Sonntag (17.11.) die Young Show “Im Labyrinth der Bücher” im Friedrichstadt-Palast in Berlin Premiere feiert, fiebert ein besonderer Ehrengast mit dem Kinder- und Jugendensemble mit. Die ehemalige Kinderdarstellerin Alison Arngrim (57, “Unsere kleine Farm”) ist vor Ort. Sie sei das erste Mal in Berlin, Deutschland habe sie noch nie zuvor besucht, erklärt sie spot on news: “Mein Mann Bob und ich sind sehr aufgeregt!”
Die Show habe sie sich online bereits ansehen können. Sie freue sich sehr, so die Schauspielerin, dass die jungen Stars Teil eines professionellen Theater-Trainingsprogramms seien. “Auf der Bühne, im Film oder Fernsehen zu sein, ist viel schwieriger, als es aussieht!” Arngrim selbst wurde bereits im Alter von zwölf Jahren berühmt. Ob sie das heute bereut, verrät sie im Interview.
Alison Arngrim: Niemals! “Nellie Oleson” zu sein, war der beste Job, den es für mich – oder irgendjemand anderes – überhaupt geben kann. In “Unsere kleine Farm” mitzuspielen, war wirklich eine wundervolle Erfahrung, und “Nellie Oleson” war eine fantastische Rolle. Den Bösewicht zu spielen, macht oft am meisten Spaß. Man sieht ja, wie die Leute immer noch auf meine Figur reagieren.
Arngrim: Einige Leute haben das wirklich ernst genommen. Ich war auf einer Weihnachtsparade in Hollywood, als mir jemand eine Tasse Orangenlimonade an den Kopf warf. Boom! Voll ins Gesicht. Allerdings war mir auch klar: Wenn ich die Leute so wütend gemacht habe, muss ich etwas richtig machen.
Arngrim: Oh, ich würde gerne ein Reboot machen – in Film oder Fernsehen. Ich bin mir nicht sicher, wie genau sie das umsetzen würden. Viele unserer ursprünglichen Darsteller sind nicht mehr bei uns und einige der Kinder sind jetzt Großeltern. Vielleicht eine neue Version mit neuen Schauspielern für die Hauptfiguren – aber Cameo-Auftritte für alle Originalstars? Ich bin übrigens alt genug, um jetzt “Harriet Oleson” [Nellys Mutter] zu spielen – und ich würde es auch gerne tun.
Arngrim: Ja, so ziemlich mit allen. Ein paar Mal im Jahr finden Veranstaltungen statt, bei denen sich die Schauspieler mit Fans treffen und Autogramme geben. Mehrere Darsteller leben in meiner Nähe in Los Angeles und die anderen sind alle auf Facebook, Twitter, Instagram usw. Ich habe Dean Butler alias “Almanzo” letzten Monat in meiner Radiosendung interviewt und ich habe gerade mit Charlotte Stewart, “Miss Beadle”, und Wendi Lou Lee, “Baby Grace”, gesprochen. Ich kann wirklich sagen, die “Unsere kleine Farm”-Familie besteht nach all den Jahren immer noch.
Arngrim: Ich schaue sie mir immer noch an. Ich habe die DVDs und sie wird auch auf Amazon gestreamt. Ich gebe zu, meine Lieblingsfolge ist die, in der ich im Rollstuhl den Hügel hinunterfahre.
Arngrim: Ich habe die übliche Art von Fernsehfilmen und Auftritte bei “Fantasy Island”, “Love Boat” usw. gemacht. Es ist schon so, dass ich definitiv auf einen Typ festgelegt war, aber zum Glück konnte ich auch Stand-up-Comedy und Theater machen. Ich bin durch das ganze Land gereist, um in Nachtclubs aufzutreten. Schließlich schuf ich eine “One-Woman-Show”, die zur Veröffentlichung meiner sehr erfolgreichen Autobiografie führte: “Confessions of a Prairie Bitch: How I Survived Nellie Oleson and Learned to Love Being Hated”. Neben dieser Show jetzt habe ich eine besondere französische Comedy-Show, die ich mit Patrick Loubatiere in ganz Frankreich aufführe. Ich mache zudem Theaterstücke, Independent-Filme, Web-Serien und habe meine eigene Radiosendung, “The Alison Arngrim Show”.
Arngrim: Ich denke, mein größter Erfolg ist es, nach all den Jahren auf dem Laufenden zu bleiben (lacht) – und in der Lage zu sein, meinen Ruhm für wohltätige Zwecke wie den Kampf gegen HIV/AIDS und meine Arbeit mit “PROTECT” zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch zu nutzen.
Arngrim: Lernt so viel wie möglich so früh wie möglich über das Business. Macht euch schlau über die finanzielle Seite eurer Karriere. Passt gut bei eurer Ausbildung auf. Seid sicher, dass ihr es wirklich wollt. Es ist sehr harte Arbeit, kann aber auch enorm lohnend sein. In der heutigen Zeit sollten berühmte Kinderdarsteller zudem vielleicht in Betracht ziehen, sich von den sozialen Medien fernzuhalten oder hier professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das Leben für mich und die anderen Mädchen von “Unsere kleine Farm” gewesen wäre, wenn wir damals Twitter und Instagram gehabt hätten.
(hub/spot)